Du musst nicht alles sein, aber du kannst alles sein

Anders sein und doch hineinpassen – eine Herausforderung, der wir uns im Leben stellen müssen. Eine Gratwanderung zwischen Individualität und Anpassung. Bin ich genug? Bin ich zu viel? Bin ich zu wenig? Falle ich auf? Mögen mich die anderen so?
In keiner Zeit zuvor war der Mensch in all seinen Optionen freier als heute. Egal ob Christ oder Atheist, Veganer oder Fleischliebhaber, homo- oder heterosexuell, gepierct oder tätowiert. Wir entscheiden für unser Ich. Wir leben in einer Zeit, in der anders sein nicht nur akzeptiert, sondern gefordert wird. Heute heißt es: Sei du selbst! Lebe deinen Traum! Verwirkliche dich!

Dieser Schrei nach Individualismus wird lauter und lauter und scheint uns manchmal nahezu einzuengen in der wirklichen Entfaltungen unseres wahren Ichs. Selbstdarstellung ist unser tägliches Brot, Anerkennung unser Wasser, Bestätigung – Balsam für unsere Seele.

Doch stellen wir uns selbst die Frage „Wer bin ich?“, so können wir uns darauf oftmals keine klare und vor allem von Herzen kommende Antwort geben. Denn sind wir überhaupt glücklich mit unserem Ich? Leben wir unser Leben so, wie wir es uns vorstellen? Verfolgen wir unsere Ziele? Sind wir glücklich?

All zu oft lassen wir uns von den Erwartungen der anderen drängen. Zu wichtig sind uns deren Meinungen. Unser Lifestyle wird angepasst um Profile in sozialen Netzwerken zu optimieren. Ganz nach dem Motto „#instadaily“ inszenieren wir oftmals Situationen und Lebensweisen, die unserer Realität nicht wirklich entsprechen.

Anstatt sich Gedanken darüber zu machen was „gut aussieht“, sollten wir auf unser Herz hören. Was gehört zu den Dingen, die ich wirklich mag und wobei ich mich wohl fühle? Wer bin ich wirklich? Was ist mir wichtig?

Jeder von uns soll und darf so sein, wie er/sie will. Wir sollten wieder mehr Abstand davon nehmen, jedem Trend hinterherzulaufen. Es geht darum seine Fähigkeiten richtig und vernünftig einzuschätzen und dementsprechend sich selbst zu erkennen. Mut zum Normalen ist gefragt. Wir sind in einer Zeit angekommen, die eine wunderbare Botschaft für uns bereithält: Du musst nicht alles sein, aber du kannst alles sein.

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