Mit positiven Gedanken und einer Portion Ehrgeiz ist vieles möglich!

von Heike Türtscher

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„Du wirst nie wieder laufen können.“ Das war die niederschmetternde Diagnose der Ärzte, als ich vor rund 9 Jahren nach einem folgenschweren Skiunfall, in einer deutschen Spezialklinik aufwachte. Doch eine innere Stimme sagte mir „das kann’s nicht gewesen sein“. Mit positiven Gedanken, viel Willenskraft und Ehrgeiz kämpfte ich mich zurück – und heute stehe ich hier. Auf meinen eigenen Beinen.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich mit 5 Jahren das erste Mal auf Skiern stand. Ich war sofort „infiziert“. Das Skifahren wurde zu meiner ganz großen Leidenschaft. Als Schülerin schaffte ich den Sprung in den Landeskader, nahm später an internationalen FIS Rennen teil und besuchte das Schigymnasium in Stams/Tirol. Schon zu dieser Zeit hatte ich häufig mit Verletzungen, wie Kreuzbandrissen oder einer Sehnenverletzung an der Hand zu kämpfen. Doch trotz all dieser Rückschläge habe ich immer mein Bestes gegeben und mich wieder zurückgekämpft. Ans Aufhören dachte ich zu diesem Zeitpunkt nie.

Vor neun Jahren hatte ich dann einen folgenschweren Skiunfall beim Skitraining in Obergurgl. Dabei bin ich beim Riesentorlauftraining mit der Hand in einem Tor hängen geblieben und wurde in einen Wassergraben geschleudert. Die Folgen waren fatal: lebensgefährliche innere Verletzungen, ein Oberschenkeltrümmerbruch und eine inkomplette Querschnittlähmung, die mich von da an für den Rest meines Lebens begleiten würde.

Die Ärzte sagten „Du wirst nie wieder laufen können“.

Als ich wenige Tage nach dem Unfall in einer deutschen Spezialklinik aus dem Koma erwachte, hatten die Ärzte eine furchtbare Diagnose: ich würde nie wieder laufen können. Ich weiß nicht warum oder woher sie kam, aber eine innere Stimme sagte mir damals „das kann’s nicht gewesen sein“. Ich war tief im Inneren felsenfest davon überzeugt, dass ich noch weitere Fortschritte machen würde. Zwar war ich mir bewusst, dass ich aufgrund der Verletzungen vielleicht nicht mehr „normal“ würde laufen können, aber ich wollte wenigstens nicht mehr nur auf den Rollstuhl angewiesen sein.

In Gedanken habe ich mir vorgestellt, wie sich mein Muskel wieder bewegt. Nachdem ich ein ganz kleines Zucken spürte, wusste ich, dass es zu schaffen ist – wenn ich nur hartnäckig bleibe und kämpfe. Durch Glück, hartes Training und die bedingungslose Unterstützung meiner Familie und Freude kann ich heute mit Krücken gehen, habe mein Studium beendet und bin voll berufstätig. Auch meine Leidenschaft zum Skifahren ist trotz meines Skiunfalls ungebrochen.
Mittlerweile fahre ich wieder Skirennen (mit einem Monoskibob) im Nachwuchskader des ÖSV und engagiere mich für die Initiative Ski for life, welche das Ziel verfolgt, behinderte Menschen für den Schisport zu begeistern.

Und selbst wenn ich nun ein Leben mit Behinderung führe, kann ich trotzdem ehrlich sagen, dass ich sehr glücklich mit meinem Leben bin und keinen Moment mit meinem Schicksal hadere.

Meine Message an alle, die ein ähnliches Schicksal hinter sich oder einen harten Weg vor sich haben, ist: Mit positiven Gedanken und einer Portion Ehrgeiz ist vieles möglich!

 


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Heike Türtscher geb. 30.05.1988 Personalleitern bei der Arbeiterkammer Vorarlberg

Im Dezember 2007 gab Heike ein Interview, bei dem sie sagte „Ich gäbe alles dafür, wieder laufen zu können“. Heike hat alles gegeben und ist ein Vorbild, wie man mit einer positiven Lebenseinstellung und viel Ehrgeiz die größten Hürden überwinden und Herausforderungen meistern kann. Wer sich für ihr Projekt bei Ski for Life interessiert, findet auf www.skiforlife.at oder Facebook genauere Infos. 

Danke für deine Message Heike!

 

Und wer noch mehr über Heike und ihre unglaubliche Geschichte erfahren möchte, kann sich hier noch ein ausführliches Interview ansehen:

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1 comment

  1. Selina

    Wahnsinns Frau und ein absolutes Vorbild! 🙂